Backup, das im Ernstfall wirklich zurückkommt
Ein Backup ist erst der Restore, der danach funktioniert.
Fast jeder Betrieb sichert irgendwie. Eine Festplatte am Server, ein Band, ein Programm, das nachts läuft und morgens grün meldet.
Die unangenehme Frage ist nicht, ob gesichert wird. Sie lautet: Wann hat zuletzt jemand geprüft, ob sich daraus etwas zurückholen lässt?
Warum ein grüner Job wenig bedeutet
Ein erfolgreicher Sicherungslauf sagt aus, dass Daten geschrieben wurden. Mehr nicht. Er sagt nicht, ob alles dabei war, ob sich die Daten zurückschreiben lassen, wie lange das dauert und ob das System danach startet.
Wir prüfen deshalb vier Dinge, und zwar mit Absicht auch das dritte und vierte:
- Ist alles da? Der Server, den vor zwei Jahren jemand dazugestellt hat, ist erstaunlich oft nicht im Sicherungsplan.
- Wie lange dauert die Wiederherstellung? Eine Rückholung, die drei Tage braucht, ist im Ernstfall keine.
- Läuft es danach? Zurückgeholte Daten, aus denen kein laufendes System wird, sind ein Datenhaufen.
- Kommt ein Zweiter damit klar? Wenn es nur einer kann, hat der Plan einen einzelnen Ausfallpunkt — und der ist irgendwann im Urlaub.
Wie wir sichern
Außer Haus. Eine Kopie liegt bei uns, getrennt von deiner Umgebung. Der Grund ist nicht Bequemlichkeit: Wer sein Backup in derselben Umgebung betreibt, die er sichert, verliert im Ernstfall beides gleichzeitig. Genau das haben wir erlebt — ein ausgefallener zentraler Dienst nahm die Sicherungssoftware mit, die ihn hätte retten sollen.
Unveränderbar. Während der Sperrfrist lässt sich eine Sicherung nicht ändern und nicht löschen. Auch nicht durch Verschlüsselungstrojaner, die es gezielt auf Backups abgesehen haben, und auch nicht durch ein übernommenes Administratorkonto.
Was wir dazu nicht behaupten: dass es technisch überhaupt keinen Weg gäbe. Auf Systemebene gibt es ihn, beim Betreiber der Speicherplattform — und beschritten wird er nur nach einem geprüften Auftrag von euch. Wer dir „das kann niemand löschen, auch wir nicht" verspricht, beschreibt sein eigenes System falsch.
In Deutschland. Die Systeme, auf denen eure Daten liegen, stehen hier.
Was das mit Ransomware zu tun hat
Verschlüsselungsangriffe zielen heute zuerst auf die Sicherung. Die Angreifer wissen: Wer sein Backup verliert, zahlt. Deshalb ist die entscheidende Frage nicht, ob ein Virenschutz läuft, sondern ob die Sicherung von der Umgebung getrennt und nicht löschbar ist.
Wenn beides stimmt, ist ein Angriff ein sehr schlechter Tag. Wenn nicht, ist er ein Existenzthema.
Was du davon merkst
Im Alltag wenig — und das ist der Punkt. Du bekommst Bescheid, wenn etwas auffällt, und eine Rückmeldung, wenn ein Wiederherstellungstest gelaufen ist. Den Rest machen wir.